Was ist denn hier los?

Nix? Tja. Auch die Texterados sind keine Überfrauen. Die sommerliche Hitze, der Krimischreibkursus in Erkelenz, das bisschen Haushalt, das bisschen Familie, altersbedingte Zipperlein – all das war und ist auch für uns anstrengend. Aber wir haben es ja nicht eilig. Wir müssen niemandem etwas beweisen und niemanden überholen. Wir arbeiten „nur“ an unserem Buch.

Und dieses Buch hat inzwischen einen Titel! Ein Verlag interessiert sich dafür, und wir sind uns mit unserer Wunsch-Illustratorin für das Cover einig geworden! Sind das nicht tolle Nachrichten?

Nichtsdestotrotz liegt noch ganz viel Arbeit vor uns. Korrekturphase Nummer 2 steht an. Nach Abschluss der Phase 3 bekommen wir prominente Unterstützung in puncto Korrektorat und Lektorat. Ein paar Geschichten müssen noch geschrieben werden. Und da der anvisierte Termin (vor Weihnachten 2013) nur auf Kosten der Qualität zu halten wäre, haben wir alle dreimal tief durchgeatmet und uns etwas mehr Zeit für alles gegeben.

 

 

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Vollgas

Unsere Geschichtensammlung wächst, eine Veröffentlichung mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Kirchrather Geschichten“ wird weiterhin und realistischer denn je für 2013 anvisiert. Samstag geht es zu dritt zum Vorlesetraining und ab kommender Woche zu viert wieder in die Krimigruppe von Kurt Lehmkuhl.

Die aktuell beste Nachricht des frischen Jahres ist allerdings ohne Zweifel diese hier: Das erste Buch der „Edition Texterados“ befindet sich im Druck, wird Anfang Februar ausgeliefert und kann jetzt schon vorbestellt werden! Unfassbar!

Großartig!

 

Danke an Jens Bolm vom jmb-Verlag aus Hannover!

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Und noch eine Weihnachtsgeschichte …

Gestern auf der Weihnachtslesung in Kraudorf haben Trixi, Renate und Heidi drei eigene Weihnachtsgeschichten vorgelesen. Diese Geschichten stammen aus einer immer umfangreicher werdenden … nun, nennen wir es ruhig mal Reihe.

Eine der Geschichten von der gestrigen Lesung können Sie jetzt hier – na, was wohl? TROMMELWIRBEL! LESEN!

Viel Vergnügen 🙂

Quak!

Eine Geschichte von Heidi Hensges

Roswitha Pütz war extra um 6 Uhr aufgestanden und mit der Bahn zum Last-Minute-Shopping nach Düsseldorf gefahren. In den letzten, verkaufsoffenen Stunden des Heiligabends wollte sie die Zeit nicht mit der Suche nach einem Parkplatz verplempern. Und Düsseldorf musste sein, denn für den besonderen Anlass wollte sie nur das Beste haben. Die 217,80 Euro taten allerdings schon ein wenig weh. Andererseits – wann hatte sie sich das letzte Mal so etwas Schönes gegönnt?

Verstohlen lugte sie in die kleinen, schicken Papiertüten. So wenig Stoff für so viel Geld … Rosi musste lächeln. „Wenn meine Kinder das wüssten“, dachte sie in sich hinein. „Und Freddy erst!“ Aus dem Lächeln wurde ein Glucksen. Das ihr gegenüber sitzende Mädchen mit den struppigen grünen Haaren und der kaputten Hose warf ihr einen bösen Blick zu. Rosis Glucksen steigerte sich zu einem hemmungslosen, lauten Gelächter. Zwei Minuten später lachte der ganze Großraumwagen und niemand wusste, warum.

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Alfred „Fred“ – für die besten Freunde und die Familie auch „Freddy“ – Pütz stand miesepetrig in der Miniküche seiner Mietswohnung in Heinsberg-Oberbruch und briet Spiegeleier. So hatte er sich sein Heiligabend nicht vorgestellt. Schöne Geschenke hatte er besorgt. Besonders stolz war er auf den einen Meter großen Plüschfrosch für sein Enkelkind Marie. Rosi, mit der ihn zwei Jahre nach der Scheidung eine Art geschwisterlicher Freundschaft verband, sollte ein Fläschchen ihres Lieblingsparfums „Tosca“ bekommen. Und nun? Seine Tochter feierte mit Mann und Kind bei den Schwiegereltern, sein Sohn mit Freundin in der Karibik und Rosi hatte irgendwas von „mit Ute einen gemütlichen DVD-Abend machen“ erzählt. Die Dame, die sich vor vier Wochen auf seine letzte Kontaktanzeige gemeldet hatte, suchte nur ein Abenteuer. „Fred Pütz ist kein Mann für eine Nacht!“ war seine empörte Antwort darauf gewesen und trotzdem hatte er vor einer Stunde noch mal bei ihr angerufen. Zu dumm, dass ein Mann ans Telefon ging.

Am nächsten Tag würde sich die ganze Familie, bis auf den elitären Sohn natürlich, beim Griechen treffen. Aber niemand wollte mit ihm Heiligabend verbringen. Er war ein einsamer, geschiedener, abgeschobener, in die Ecke gestellter und nicht mehr abgeholter, trauriger Mann. Eine kleine Träne lief ihm die Wange herunter und tropfte mitten auf ein Spiegelei.

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Bevor Rosi in Geilenkirchen-Lindern aus dem Zug stieg, ließ sie fix noch die „Luxus Lingerie London“-Tüten in der „Kaiser‘s“-Tüte neben Schinken, Käse und Lachs verschwinden. Inzwischen war es 14 Uhr. Sie hatte noch fünf Stunden Zeit. Fröhlich stieg sie in ihren kleinen, gelben Fiat und betrachtete sich kurz im Spiegel. „Na, Frau Pütz, schon aufgeregt?“, fragte sie ihr Konterfei und grinste.

Frank Moser. Was für ein Mann. Und so schön! Und so jung! Endlich, endlich war wieder Erotik in ihrem Leben. Es kribbelte und krabbelte und kitzelte im ganzen Bauch, im ganzen Busen, sogar in den Ohren! Rosi fühlte sich trotz ihrer 52 Jahre wie allerhöchstens 40, seit Frank Moser sie das erste Mal zum Essen eingeladen hatte. Und das nicht etwa in irgendein Restaurant – nein, bei sich zu Hause! Er hatte selbst gekocht! Pasta mit Meeresfrüchten und flambiertes Eis! Freddy konnte höchstens unfallfrei eine Dose Suppe öffnen und heißmachen, ohne dass man hinterher den Topf wegwerfen musste. „Was er heute Abend wohl macht?“ Rosi verscheuchte den Gedanken ganz schnell wieder, startete den Motor, schaltete das Radio an und düste beschwingt und „Last Christmas“ singend nach Hause gen Kirchrath.

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„Reiß‘ dich gefälligst zusammen! Du bist ein Kerl und kein verdammtes Mädchen!“, beschimpfte Fred Pütz sein Spiegelbild. „Du rufst jetzt deine Kumpels an!“ Wenn Frauen sich einen gemütlichen DVD-Abend machen konnten, konnten Männer sich einen derben Männerabend machen, jawoll! Jupp und Manni waren dafür genau die Richtigen – auch so verlassene Gestalten und immer Bier und Korn im Haus.

Um 17 Uhr hatte er nicht nur mit Jupp und Manni, sondern auch mit Tommy, Hotte, Mattes, Totte, Jürgen, Joschi, Schorschi, Pitt, Rolle und Ralle telefoniert. Kalle war ja schon vor Urzeiten nach Hamburg ausgewandert. Es war zum Hasenmelken! Wer noch nicht wieder mit der Exfrau oder schon wieder mit einer Neuen zusammen war, war entweder sturzbetrunken, auf dem Weg in den Urlaub oder in den Puff. Hotte war vor zwei Jahren sogar schon mal tot gewesen, erfuhr er bei der Gelegenheit.

Trübsinnig guckte Fred zum Fenster hinaus. Es schneite wie bekloppt, im Wohnblock gegenüber leuchteten die Weihnachtsbäume und Lichterketten, und er saß hier gemeinsam mit einem Riesenfrosch. Im Fernsehen lief nur Mist: „Das Winterfest der Volksmusik“ vom Jahr zuvor, „Rocky 1“, „Stirb langsam 2“, „Sturm der Liebe, Teil 974“. „Und nun?“, fragte er in Richtung Frosch. Doch der wusste auch keine Antwort.

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Rosi drehte sich nach links, nach rechts, drehte sich um und wieder zurück. Das Mieder im Leopardenlook sah umwerfend aus! „Rrrrrrrrrrr“, machte sie und kicherte. „Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr“. Sie kriegte sich überhaupt nicht mehr ein. Sogar das mit dem Strapsgürtel hatte schmerz- und unfallfrei geklappt. Frank Moser war schließlich Physiotherapeut, und zwar ein ganz hervorragender. Eine Stunde noch, dann erwartete Rosi der Abend der Abende und die Nacht der Nächte! Was er ihr wohl schenken würde? Was er wohl anhaben würde? Sie drehte die Heizung höher, zog die Vorhänge zu, begutachtete die Schnittchen, polierte ein letztes Mal die Sektflöten, stellte Kerzen auf und stieg in ihr tief ausgeschnittenes, aufregend schimmerndes, dunkelgrünes Cocktailkleid. Noch ein bisschen Chanel No. 5 aufs Dekolleté, Rouge auf die Wangen und Gloss auf die roten Lippen. Sie war perfekt vorbereitet.

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„Ich hab’s! Ab nach Hamburg! St. Pauli, ich komme!“ Freddy warf vor Begeisterung über seine eigene Idee die Gewürzgurke, in die er gerade hineingebissen hatte, in die Luft und war kurz irritiert, weil die Gurke anschließend über den Küchenfußboden bis in den Flur kullerte. Der Gedanke an Kalle in Hamburg war der Auslöser für den Masterplan des Abends gewesen. Okay, er würde ein paar Stunden Fahrt vor sich haben, bei dem Wetter bestimmt auch ein paar Stunden mehr, aber dafür winkte ihm danach jede Menge Spaß! Vielleicht würde er auch für immer in Hamburg bleiben! Was Kalle hinbekam, konnte so schwierig ja nicht sein. Schnell packte er kleines Gepäck zusammen, schmierte sich ein paar Butterbrote für unterwegs, schüttete frisch gekochten Kaffee in die Thermoskanne und verließ samt seiner neu erweckten Lebensgeister die Wohnung. Kurz vor dem Öffnen der Haustür blieb er stehen, dachte zwei Sekunden lang nach, ging wieder zurück und schnappte sich den Frosch. „Komm mit, du sollst auch nicht einsam sein“, sagte Fred zum Frosch und machte sich endgültig auf den Weg ins ganz große Vergnügen. Dass kurz darauf sein Telefon ständig klingelte, bekam er natürlich nicht mehr mit.

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„Guten Abend, mein Röselein!“ Pünktlich um 19 Uhr betrat Frank Moser die gemütliche Wohnung über dem Kirchrather Eckchen. „Hallo, mein Lieblingsmasseur!“, hauchte Rosi und kniff ihn frech in den Po. Er lachte laut auf, umschlang ihre Hüften und zog sie fest an sich. „Ja, was hast du mir denn DA mitgebracht?“, kicherte Rosi. Fünf Minuten später lag ihr Kleid mitten auf dem Wohnzimmerteppich, und wer sein Ohr an die Wohnungstür gelegt hätte, dem wäre ein voluminöses „Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrr“ nicht entgangen.

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„Mist, Mist, Mist!“ Kurz vor dem Autobahnkreuz Neuss-West stand Freddy Pütz mit eingeschalteter Warnblinkanlage auf dem Seitenstreifen und vermisste sein Portemonnaie samt EC- und Kreditkarte. Er konnte es doch nicht vergessen haben! Offensichtlich war das aber so, denn es befand sich weder in der Hosentasche, noch in der Jackentasche, nicht im Handschuhfach und nicht unter dem Fahrersitz. „Das kann nicht wahr sein! Ich Idiot!“ Außer sich vor Ärger und Wut hämmerte er fluchend auf das Lenkrad ein. Es nützte nichts. Es nützte alles nichts. Seine heiligabendliche Fahrt ins Glück war um kurz vor 21 Uhr zu Ende. Kein Geld, kein Hamburg. Freddy Pütz musste umkehren. „Tut mir leid, Kumpel“, krächzte er heiser und drehte seinen Kopf langsam nach rechts. Für einen Moment kam es ihm so vor, als ob der grüne Beifahrer grinste.

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Frank Moser wurde gerade mit Oliven gefüttert, als Zwergpudeldame Püppi die Ohren spitzte, aus dem Körbchen sprang und schwuppdiwupp auf die Fensterbank zwischen die Weihnachtsengel hüpfte. „Gehst du runter da!“, schimpfte Rosi, nicht ahnend, warum das weiße Fellknäuel so aufgeregt war. Währenddessen schnallte ihr Ex-Mann unten auf der Straße vor dem Kiosk mitten im Schneetreiben den Frosch vom Gurt ab und schlug sich feste auf die Stirn. Mitten auf dem Beifahrersitz lag – sein Portemonnaie. „Ich bin nicht nur ein Idiot, ich bin ein Vollidiot!“, brummte er frustriert, schloss den Opel ab und betrachtete das discoeske Lichterkettenblinken im Ladenfenster. „Die Rosi und ihr Dekofimmel. Was das an Strom kostet!“, brummte er weiter. „Und die Haustür ist nicht abgeschlossen. Das kann man doch nicht machen mitten in der Nacht“, brummte er noch mal, drückte die Türklinke ganz herunter, stieg schnaufend die Stufen hoch und zögerte kurz, bevor er klingelte. Er musste irgendwie so tun, als sei sein Tag bisher super gewesen. Noch einmal tief Luft holen, und …

„Wer ist denn das um die Uhrzeit?“, schreckte Rosi vom Sofa hoch und befürchtete mindestens einen Christbaumbrand samt Dorfevakuierung. Schnell schlüpfte sie in den Morgenmantel, scheuchte die kläffende Püppi aus dem Weg und öffnete die Wohnungstür. „Quak, von draußen vom Walde komm ich her, quak, ich bin ein verwunschener – äh …“. Sie blickte mitten in ein Froschmaul, hinter dem sehr langsam Freddys Kopf auftauchte.

„Stör‘ ich? Fröhliche Weihnachten, oh, hallo!“ Frank Moser war hinter Rosi erschienen – mit einem glitzernden Strumpfband um die Stirn. „Ich – äh – also – äh – oh – ähm …“, mehr brachte Freddy nicht mehr heraus, bevor Rosi ihn am nassen Jackenärmel in den Flur zog und die Tür hinter ihm schloss.

„Darf ich vorstellen? Fred – Frank – Frosch, Frosch – Frank – Fred. Vertragt euch, ich koche Kaffee. Schnittchen, Freddy?“ Seelenruhig und bis zu den Ohren grinsend verschwand Rosi in der Küche. Sie stellte keine Fragen. Frank riss sich das Strumpfband vom roten Kopf, Püppi wedelte fröhlich mit dem Schwanz, Freddy hielt sich nervös am Frosch fest und fegte mit dessen Beinen die Sektflöten vom Couchtisch.

Es war der Beginn eines sehr lustigen Abends mit 17 und 4 zu dritt bis um zwei und einer neuen, dicken Männerfreundschaft.

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Ein Buch, ein Buch, ein Weihnachtsbuch!

Ungeduldig erwartet, endlich ist sie da. Die zehnte Anthologie des piepmatz Verlages, die LeseBlüten „Weihnachtszauber 2012“!

Weihnachtliche Kurzgeschichten zum Vorlesen für die Kleinsten, zum Schmökern für größere Kids und natürlich für Erwachsene! Und das ist noch längst nicht alles, es gibt auch wieder tolle Rezepte!

Eine Leseprobe mit drei Geschichten für „die Großen“ finden Sie hier (einfach auf die Buchgrafik klicken). Und schauen Sie genau hin, von wem ist die dritte Geschichte? Es wird an dieser Stelle nicht verraten, lesen Sie also selbst 🙂

Wer die LeseBlüten bestellen möchte, tut das am besten direkt über den piepmatz Verlag. Denn nur dann wird es portofrei PLUS Lesezeichen geliefert.

Apropos bestellen … brauchen Sie noch das eine oder andere Weihnachtsgeschenk?

Wir hätten da einen Tipp:

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Weihnachtslesung in Kraudorf

Trixi, Renate und Heidi lesen am 8. Dezember in Kraudorf Weihnachtsgeschichten vor! Um 16.15 Uhr geht’s los beim Seniorennachmittag. Wir freuen uns sehr über die Einladung und auf die Lesung.

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LeseBlüten Schaurige Geschichten 2012

Wunderbar. Diese Anthologie ist wirklich großartig. Der piepmatz Verlag hat wieder ganze Arbeit geleistet mit einer Kurzgeschichtensammlung für Freunde von Grusel, Horror und schwarzem Humor. Und Heidi hat eine Geschichte dazu beigetragen: „Das Interview“.

Die LeseBlüten Schaurige Geschichten 2012 kosten 12,95 Euro und können innerhalb Deutschlands direkt beim Verlag versandkostenfrei bestellt werden. Auf der piepmatz-Seite finden Sie eine Leseprobe mit zwei Geschichten und ein Bestellformular. 

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Es läuft rund.

Dass sich im Blog momentan nicht viel tut, könnte theoretisch heißen, dass sich auch bei den Texterados nicht viel tut.

Das Gegenteil ist der Fall.

Wir arbeiten sehr fleißig an neuen Geschichten für ein nahezu perfektes Konzept. Es hat viel Kraft, Mut und Experementierfreudigkeit gekostet, die erste Idee zu finden, abzuwandeln und allmählich zum Leben zu erwecken. Es ist uns gemeinsam gelungen, etwas in Gang zu setzen, das keiner von uns in dieser Form bis jetzt begegnet ist. Zumindest können wir uns nicht daran erinnern. Darauf kommt es aber gar nicht an. Wichtig ist einzig und alleine, dass es funktioniert. Hervorragend funktioniert.

Desweiteren werden in diesem Jahr noch Geschichten in zwei Anthologien erscheinen. Es wird mindestens ein Buch geben. Am 15. Dezember lesen wir Weihnachtsgeschichten in Kraudorf. Heidi liest am 21. Oktober mal wieder virtuell, und zwar beim Festival der Liebe in Second Life und in bester, prominenter Gesellschaft.

Bleiben Sie am Ball.

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Ab jetzt wird sich gefreut!

Und zwar wenigstens jeden Freitag. Die Schriftstellerin, Journalistin, vierfache „Mama im Job“ und „Bauerngartenfee“ Petra A. Bauer aus Berlin hat in ihrem wundervollen und uneingeschränkt empfehlenswerten Gartenblog eine tolle Aktion gestartet, und zwar:

Freitag ist Freutag!

Von dieser Idee bin ich so begeistert, dass ich beschlossen habe, das Texterados-Blog mitmachen zu lassen. Schließlich haben wir vier Frauen eigene Gärten und schreiben sogar gelegentlich in unseren Kurzgeschichten darüber. Das qualifiziert uns völlig ausreichend, oder meinen Sie etwa nicht? 🙂

Und überhaupt: Freitag ist Freutag – alle Kalender sollten entsprechend umgestaltet werden. Wer hat denn auch schon freitags frei? Also freuen wir uns ab jetzt einmal die Woche ganz bewusst, schließlich ist Freude etwas ganz, ganz Wichtiges im Leben!

Mein freudigstes, wenn auch kleines Gartenerlebnis in dieser Woche war die Sache mit dem Grashüpfer. Er lief in unserer Küche kopfüber an der Decke herum, der Ärmste, und dort durfte er natürlich nicht bleiben. Womöglich wäre er sonst im Salat … lassen wir das besser. Mit blauem Frühstücksbrettchen und einer Plastikdose bewaffnet schlich ich mich vorsichtig heran und ließ ihm alle Zeit der Welt, um das Brettchen zu inspizieren. Um so größer war meine Freude, dass er sich schließlich von mir samt Brettchen in den Garten tragen ließ.

Ausgesprochen neugierig sah er sich die Landschaft da draußen erst von oben an, dennoch war er sehr zögerlich, als er sein Rettungsbrettchen wieder verlassen sollte. Ich winkte ihm nach auf dem Weg in die wilde Malve und freute mich über diese kleine, ganz besondere Begegnung und die Erinnerungsfotos.

Mach’s gut, kleiner Grashüpfer! Deine Heidi.

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Das Bücherpicknick. Eine Nachlese.

Was treibt eine unbekannte Geschichtenschreiberin aus Heinsberg-Hülhoven dazu, zum Bücherpicknick nach Duisburg zu fahren? Genau das. Kaum jemand außerhalb dieser Region kennt meine Geschichten. Ich wähnte mich beim Bücherpicknick in bester Gesellschaft. Kleine Verlage, private Projekte, Autorinnen und Autoren mit Texten voller Herzblut, aber ohne Lobby. Alles (Literatur-)Verrückte, aber weit entfernt von kommerziellem Erfolg. Freunde von mir haben dieses Event mitorganisiert, sonst wäre ich nicht hingefahren und hätte auch sicher nicht davon erfahren. Duisburg liegt in einer anderen Galaxie als Heinsberg.

Die Organisatorinnen und Organisatoren haben mit dem Bücherpicknick wirklich Großartiges geleistet. Einen ausführlichen Rückblick auf das Davor, das Währenddessen und das nun schon Danach lesen Sie am besten bei Thorsten Küper nach. In seinem Blog finden Sie auch viel Bildmaterial und Links zu weiteren Artikeln über die gestrige Veranstaltung.

Ich kam um 15 Uhr nach insgesamt drei Stunden Fahren, Warten und Fahren mit Bus, Bahn, U-Bahn und Bus (rechnet man den zwanzigminütigen Bustransfer zum Linderner Bahnhof und die halbe Stunde sinnbefreites Herumgammeln auf Bahnsteig 1 von zweien mit ein) sehr hungrig und sehr durstig im Parkhaus (keine Tiefgarage!) in Duisburg-Meiderich an. Kirsten Riehl, Autorin, Freundin und Mitorganisatorin, versorgte mich umgehend mit Cola und Nudelsalat und zeigte mir den Grill vom Autorencatering. Danke, Kirsten!

Mit den Lesungen war schon nach 13 Uhr begonnen worden. Die erste, die ich selbst hörte, war Lyrik. Es gab noch öfter Lyrik an diesem Tag. Hervorragend, wortgewaltig und teils mit vollem Körpereinsatz vorgetragen. Ich bin nun leider kein großer Fan von Lyrik, wenn sie sich nicht reimt und keine klaren Aussagen hat. Das Nachdenken darüber strengt mich zu sehr an. Trotzdem interessiert mich Lyrik, weil sie viele Facetten hat und weil ich mich immer wieder frage, warum Lyrik mir solche Schwierigkeiten macht. Am meisten nachgewirkt haben die Texte von Emine Textor von Bitterschlag e.V.

Spontan gekauft habe ich mir das Buch „VerBAL-rouLADEN“ von Peter Borjans-Heuser. Bei seiner Lesung saß ich leider noch im Zug. Lyrik mit viel Witz, die sich reimt. Das Richtige für mich Lyrik-Banausin. Die Texte im Buch erinnern mich phasenweise an Heinz Erhardt. In einem Zeitungsartikel ist vom „Stile Wilhelm Buschs“ die Rede. Passt. In einer Ballade dreht es sich sogar, welch ein ungeahnter Zufall, um einen unbekannten Autoren aus Erkelenz. Dabei war Peter Borjans-Heuser Leiter einer Gesamtschule in Duisburg. Ich muss ihn mal fragen, wie er auf Erkelenz kommt. Mir kommt da zwar eine Idee, aber die zu formulieren, wäre garstig. Nicht dem Peter gegenüber. Eher Erkelenz gegenüber.

Gegen 17.30 Uhr war ich dran. Vor Publikum, das sich beruflich oder auch nur aus Leidenschaft intensiv mit Literatur auseinandersetzt und mich vorher noch nie gesehen oder gehört hat. Völlig neue Voraussetzungen. Gemeinsam mit Thorsten Küper las ich die bis jetzt unveröffentlichte Geschichte „Das Interview“. Was mich überrascht hat, war die Tatsache, dass das Publikum anfangs lachte. Es hielt diese zugegebendermaßen völlig abstruse, makabre und überzogene Geschichte zuerst für eine Satire. Bis zum Wendepunkt. Eine interessante Erfahrung. Die Reaktion des Publikums im ersten Teil der Geschichte war absolut nachvollziehbar, obwohl ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte. Man ist bei den eigenen Texten eben einfach nicht objektiv. Aus dem Applaus samt begeisterten Kommentaren und den Gesprächen danach darf ich mich freuen zu sagen, dass „Das Interview“ super angekommen ist und ich wirklich stolz darauf bin. Danke an dieser Stelle an Thorsten, dass er die Rolle des Fragenden übernommen hat. Ich hätte mir keinen besseren Partner dafür vorstellen können.

„Das Interview“ - vorgelesen mit Thorsten Küper

 

Als zweite Geschichte hatte ich „Melissas Tagebuch“ ausgesucht. Eine Premiere, denn sie wurde zwar in „Tödlicher Selfkant“ veröffentlicht, aber noch nie vor „echtem“ Publikum vorgelesen. Es passte einfach immer nicht so richtig. Zur Erklärung für diejenigen vielen Personen, die die Geschichte nicht kennen: Es geht um Kindesmissbrauch. Ein sensibles Thema, auf drei Buchseiten verpackt. Es war sehr still im Publikum. Aber es war das richtige Publikum dafür, das erste Mal.

Sehr gerührt war ich darüber, dass hinterher völlig fremde Menschen (darunter Jürgen, der 30 Jahre lang als Lektor gearbeitet hat) spontan auf mich zukamen und mir ein unfassbar positives Feedback gaben. Ich war für sie ein weißes Blatt Papier gewesen, als ich auf die Bühne kam. Sie hatten keine Ahnung, was auf sie zukommen würde. Meine Geschichten sind vom klassischen Krimi weit entfernt. Trotzdem bin ich damit wohl auf dem richtigen Weg. Ich konnte nicht anders und habe Jürgen umarmt. Er weiß, warum.

Ich musste viel nachdenken heute über den gestrigen Tag. Deshalb beende ich nun diesen ganz persönlichen Bericht mit meinen persönlichen Eindrücken, obwohl es noch ganz viel zu erzählen gäbe.

Doch eins noch zum Schluss: Alle, wirklich alle „Bücherpicknicker“ waren grandios. Danke für das, was ihr tut, wie ihr es tut und was gestern auf die Beine gestellt wurde.

Heidi

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Noch 2 Tage bis zum Bücherpicknick …

3 Fragen galt es zu beantworten und 7 Sätze zu ergänzen. Das war die Aufgabe für Autorinnen und Autoren, die am Samstag beim Bücherpicknick in Duisburg-Meiderich lesen werden. Zu lesen unter anderem im Blog von Bitterschlag e.V.

Heidis Antworten und Sätze finden Sie hier.

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